Premiere nach 138 Jahren: Erste digitale Vertreterversammlung

02.12.2020 196 Mitglieder-Vertreter der über 47.000 Mitglieder nehmen von zu Hause oder aus dem Büro an Online-Versammlung teil / 3,0 Prozent Dividende beschlossen / Bilanzsumme erhöht sich um 7,2% auf rund 2 Milliarden Euro / Rücklagen werden weiterhin gestärkt

Am Donnerstag, den 26. November 2020, fand die erste digitale Vertreterversammlung in der 138-jährigen Geschichte der Volksbank Bigge-Lenne statt. Die gewählten 366 Mitglieder-Vertreterinnen und -Vertreter der 47.316 Mitglieder waren eingeladen, ihr Stimmrecht via Internet auszuüben. Aufgrund der andauernden Corona-Pandemie hatten sich Vorstand und Aufsichtsrat entschieden, die Versammlung in diesem Jahr auf diesem Wege durchzuführen. 196 Mitglieder-Vertreter nahmen an der neuen Form der Versammlung teil. Die Vertreterversammlung entscheidet unter anderem über die Verwendung des Bilanzgewinns sowie über die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat.

Am Hauptsitz der Genossenschaftsbank an Bigge und Lenne, im Beratungszentrum Schmallenberg, nahmen neben dem Aufsichtsratsvorsitzendem Christian Berken die Volksbank-Vorstände Andreas Ermecke, Bernd Griese und Michael Griese mit Headsets und Laptop und ausreichendem Abstand in drei Konferenzräumen Platz und hielten unterstützt von Mitarbeitern sowie dem Genossenschaftsverband die Vertreterversammlung 2020 ab. Die 196 teilnehmenden Vertreterinnen und Vertreter, die sich eine Woche vor der Versammlung online registriert haben, ließen sich das zugesandte Snackpaket schmecken und beteiligten sich aktiv an der Versammlung mit Fragen im Online-Chat.

Der Rückblick auf das „zufriedenstellende Geschäftsjahr 2019“ und der Ausblick auf die nähere Zukunft standen angesichts der sich abzeichnenden Herausforderungen für Geldinstitute während der digitalen Vertreterversammlung im Fokus. Auch wenn das Veranstaltungsformat neu und ungewohnt war, stand die Versammlung wie gewohnt unter der Leitung von Aufsichtsratvorsitzendem Christian Berken.

Dividendenzahlung in Höhe von 3 Prozent

Einig zeigten sich die Mitglieder des Volksbank-Parlaments bei allen anstehenden Beschlüssen per Abstimmung im Online-Chat: Das galt für den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss samt Lagebericht ebenso wie bei der notwendigen Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat. Auch folgte die Versammlung dem gemeinsamen Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat über die Verwendung des Jahresüberschusses: Rund 5,1 Millionen Euro hat die Volksbank an Bigge und Lenne erwirtschaftet. Neben den nahezu einstimmigen Entlastungen für den elfköpfigen Aufsichtsrat und den Vorstand der Volksbank Bigge-Lenne, wurde mit großer Mehrheit, eine Dividendenzahlung in Höhe von 3 Prozent für die Mitglieder beschlossen – die Auszahlungen erfolgen am 30. November.

Für den Aufsichtsrat standen in diesem Jahr zwei turnusmäßige Wahlen auf der Tagesordnung. Hildegard Köster aus Medebach und Andreas Hebbeker aus Lennestadt-Kickenbach gaben beide ihre Bereitschaft für eine erneute Wahl in den Aufsichtsrat bekannt und wurden durch die Vertreter an ihren heimischen PCs und Tablets für drei weitere Jahre gewählt. Der Bödefelder Friedrich Knipschild konnte nach 18 Jahren nicht mehr für weitere drei Jahre in den Aufsichtsrat gewählt werden, weil er die Altersgrenze von 65 Jahren überschritten hat.

Kennzahlen im Überblick

Die wichtigsten Kennzahlen stellte diesmal Bankvorstand Michael Griese vor. Die Bilanzsumme erhöhte sich um 7,2 Prozent auf jetzt 1,970 Milliarden Euro. Das gesamte betreute Kundenvolumen – dieser Wert beinhaltet neben den in der Bilanz festgeschriebenen Geschäften das gesamte Volumen aller Kreditgeschäfte und Einlagen mit den Mitgliedern und Kunden – erhöhte sich um 7,2 Prozent auf jetzt rund 4 Milliarden Euro.

Das Gesamtkreditvolumen wuchs um 4,3 Prozent auf 1,818 Milliarden Euro. 378 Millionen Euro wurden neu als Kreditzusagen ausgesprochen. „Das ist ein Zuwachs von 46% gegenüber 2018“, betonte Griese.  Zusätzlich wurde das eigene Immobiliengeschäft weiter ausgebaut. 103 Objekte im Gesamtwert von 16,3 Millionen Euro wurden vermittelt. Die Sparte Baufinanzierungen legte um 30 Millionen Euro (5,6 Prozent) auf 563 Millionen Euro zu.

Die in der Bilanz eingestellten Einlagen der Kunden stiegen im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls an – und zwar um 6,1 Prozent auf 1,330 Milliarden Euro. Das gesamte von der Volksbank Bigge-Lenne betreute Kundenanlagevolumen stieg um 8,5 Prozent auf 2,194 Milliarden Euro. „Sparen ist und bleibt renditelos“, erläuterte Griese. „Es muss eine neue Anlagementalität entwickelt werden. Immer mehr Kunden investierten langfristig in Fondssparpläne. Investieren ist das neue Sparen.“

Crowdfunding "Viele schaffen mehr" gibt es weiter

Unter dem Motto „Modern ist eine Bank, die nicht auf neu macht, sondern die Sinn macht“ präsentierte der Vorstand beeindruckende Zahlen, die sich direkt in der und vor allem für die Region positiv auswirken: 4,7 Mio Euro wurden an Steuern gezahlt. 302 TEUR spendete die Volksbank für soziale und gesellschaftliche Projekte. Die vor knapp zwei Jahren ins Leben gerufene Crowdfunding-Plattform „Viele schaffen mehr“ habe sich hervorragend entwickelt und sei für die Vereine in der Region ein nicht mehr wegzudenkender Fördertopf. Allein 76.500 Euro seien in 2019 mit der sogenannten Schwarm-Finanzierung zusammen gekommen, in 2020 sind es bisher sogar schon 176.000 Euro.  Für die Zukunft sicherte Griese weitere Fördermittel für Crowdfunding zu. 11 Mio. Euro Kaufkraft sind allein in 2019 durch die Nettolöhne der 345 Mitarbeiter in die Region geflossen.

Für die Zukunft sehen sich Aufsichtsrat und Vorstand gut aufgestellt. Die Umsetzungsschritte des bereits in 2018 kommunizierten Projektes Zukunft23 sei auf einem – trotz Corona- guten Weg.  „Wir haben und wir werden auch in Zukunft Klartext sprechen“, betont Griese. Der geplante Personalum- und -abbau sei zudem unausweichlich. Betriebsbedingte Kündigungen werde es nicht geben. Digitales Banking ist weiter auf dem Vormarsch. Allein seit März diesen Jahres haben rund 9.000 Kunden auf Online-Banking umgestellt. Tendenz steigend! Der Vorstand betonte, dass die Volksbank schnell und pragmatisch Hilfe für Privat- und Firmenkunden zu Beginn der Pandemie geleistet habe.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates Christian Berken sagte: „In  der Vergangenheit haben wir oft vom Vorstand den Abschiedsgruß „Bleiben Sie gesund und zahlungskräftig!“ gehört. „Aufsichtsrat und Vorstand wünschen Ihnen nach wie vor beides, aber wir alle wissen: Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts. Halten Sie Abstand – bleiben Sie gesund“. Michael Griese ergänzt: „Uns hat natürlich der persönliche Kontakt und informative Austausch mit unseren Mitglieder-Vertreterinnen und -Vertretern gefehlt. Erste Priorität war und ist für uns aber die Gesundheit aller.“
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Foto: Standen während der ersten digitalen Mitglieder-Vertreterversammlung Rede und Antwort im Online-Chat: Aufsichtsratvorsitzender Christian Berken (l.u.), Michael Griese (r.u.) sowie Andreas Ermecke (l.o.) und Bernd Griese (r.o.)




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