Frank Schmidt von der Agentur für Arbeit im Interview, Teil 2

04.07.2017 Seit vier Monaten ist Frank Schmidt Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Siegen. Im großen zweiteiligen Interview mit karriere-suedwestfalen.de spricht Frank Schmidt über seinen neuen Aufgabenbereich und den Arbeitsmarkt in Südwestfalen mit seinen Herausforderungen und Chancen. Im zweiten Teil des Interviews geht es um seine bisherigen persönlichen Erfahrungen in der Region, seine Motivation, seine Ratschläge insbesondere an jüngere Menschen und, warum er sich damals für die Agentur für Arbeit als Arbeitgeber entschieden hat.

Herr Schmidt, wie kommt es, dass Sie nun in Siegen tätig sind und nicht mehr in Koblenz-Mayen?


In Koblenz-Mayen war ich lange Jahre. Ich war dort zuletzt  Geschäftsführer Operativ bzw. dann in der Vertretung auch Leiter der Agentur. Und da war es schlicht und ergreifend so, dass ich gern eine Agentur weiter leiten wollte. Das war aber in Koblenz-Mayen nicht möglich, und dann ist mir von der Zentrale in Nürnberg die Agentur Siegen angeboten worden. Zudem komme ich aus dem Westerwald, was ja auch eine topografische bzw. regionale Nähe hat. Also habe ich sofort zugesagt.

Wie sehen Ihre grundsätzlichen Zuständigkeiten innerhalb Ihrer Tätigkeit aus und wie muss man sich einen Ihrer typischen Arbeitsalltage vorstellen? Viele Termine und Sitzungen etwa?

Der Arbeitsalltag eines Agenturleiters ist sehr interessant und abwechslungsreich, weil man ihn zu großen Teilen nicht genau planen kann. Es kommen viele Dinge in den Terminkalender, die man eine Woche oder einen Tag vorher noch nicht absehen kann. Ich habe natürlich eine Terminplanung, aber es kommen sehr viele Dinge – auch von meinen Mitarbeitern – jeden Tag rein, die ich so nicht vorhersehen kann. Also eine wirklich ganz spannende und interessante Aufgabe.

Ich bin zuständig für die gesamte Agentur, bin in der Trägerverantwortung mit den beiden Kommunen für die Jobcenter und bewege ganz viele spannende und interessante Themen in einer Region, die wirklich sehr gut aufgestellt ist.

Welche persönlichen Erfahrungen verbinden Sie mit den Kreisen Olpe und Siegen bisher?

Ich habe in den bisherigen drei Monaten hier in der Region schon hunderte Gespräche geführt und habe ganz viel Entgegenkommen, Interesse und vor allem ganz viel Sachverstand und Expertise angetroffen.

Hier gibt es sehr viele Leute, die einhundert Prozent wissen, was sie machen, die mir auf alle Fragen Antworten geben – intern und extern – die sehr kooperativ unterwegs sind, die die Agentur, wertschätzen und die Dinge auch bewegen wollen und können. Somit ganz viel Tatkraft, Interesse und Expertise!

Was ist einfacher: Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit hier zu sein oder beispielsweise im Ruhrgebiet?

Das ist natürlich eine hypothetische Frage, weil ich eine Agentur im Ruhrgebiet noch nie geleitet habe. Natürlich hat eine Agentur Dortmund, Essen oder Gelsenkirchen andere Herausforderungen, als die Agentur Siegen – allein schon wegen der Größe und der Wirtschaftskraft, die hier in der Region unterwegs ist.

Dort ist es so, dass es mehr Bewerber als Ausbildungsstellen gibt. Wir hier haben eine Entwicklung, die ist genau umgekehrt.

Ich kann nur sagen: Ich fühle mich hier in dieser Agentur, in diesem Netzwerk, in dieser Region sehr wohl!

Warum haben Sie sich damals für die Agentur für Arbeit als Arbeitgeber entschieden?

Da gibt es eine klare Antwort: Ich bin ein MiKi, ein Mitarbeiterkind. Mein Vater hat damals auch beim Arbeitsamt gearbeitet. Er sagte, dass es ein guter Arbeitgeber sei und dass ich hier eine langfristige Perspektive habe. Deshalb habe ich mit 17 in der Agentur als Azubi angefangen.

Zudem wollte ich gerne eine Bürotätigkeit machen und deshalb war der Weg, meinem Vater zu folgen, vorgezeichnet.

Was raten Sie insbesondere jüngeren Menschen, die nach der Schule den Weg ins Berufsleben starten wollen? Worauf kommt es aus Ihrer Sicht bei der Jobwahl und –Suche an?

Dass sie sich nicht nur im Internet informieren, sondern auch mit Fachleuten reden sollen. Die Fachleute sind nicht nur in der Agentur, die gibt es auch im Netzwerk hier in der Region, etwa bei den Kammern.

Und sie sollen nach Möglichkeit ein, zwei, drei, vier Praktika in ihrer Schulzeit machen, damit sie wirklich auch lebensnahe Erfahrungen im Job gewinnen.

Und danach sollen sie möglichst mit Unterstützung der Eltern und Freude und der Agentur sowie weiteren Partnern, die was drauf haben, eine fundierte Entscheidung treffen.

Wie sieht Ihre persönliche Motivation für den Job als Chef der Agentur für Arbeit aus? Welche Ziele haben Sie sich für Ihre Arbeit gesteckt?

Meine persönliche Motivation für den Job ist: Ich habe jetzt schon ganz viele Tätigkeiten in dieser Firma gemacht und Agenturleiter ist bisher die schönste Tätigkeit, weil sie eben so spannend und abwechslungsreich ist. Man kann viele Dinge bewegen. Wir haben hier im Bezirk auch die nötigen Möglichkeiten seitens der Regionaldirektion, die Dinge zu tun, die für die Region wichtig sind.

Und das ist der Antrieb, zusammen mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Dinge zu tun, die für die Region, für die Menschen, für die Arbeitgeber und Betriebe wichtig sind – dass wir uns den Zukunftsthemen stellen. Da merke und sehe ich eine große Bereitschaft und es ist einfach spannend, diese Dinge in dieser Funktion zu modellieren, zu begleiten und zu forcieren.


Zum 1. Teil des Interviews geht´s hier entlang.




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