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Maschinenfabrik Herkules Hans Thoma GmbH

Erst Ausbildung, dann Studium: Mit Leidenschaft für Technik zum Erfolg

Viele Auszubildende wollen sich nach dem Abschluss noch weiterqualifizieren. Doch ob Techniker, Meister oder Studium: Um aus diesem Traum Wirklichkeit werden zu lassen, braucht man mehr als gute Noten. Selina Eggers (26) hat es geschafft. Schon als Kind hat sie mit LEGO und Carrera-Bahn gespielt und träumte davon, Maschinen zu bauen. In der neunten Klasse absolvierte sie ein Praktikum bei der Maschinenfabrik Herkules und beschloss, technische Zeichnerin (heutige Ausbildungsbezeichnung: technische Produktdesignerin) zu werden. Doch damit nicht genug: Sie wollte direkt an der Entwicklung der Großwerkzeugmaschinen mitarbeiten. Nach ihrer Ausbildung und dem nachgeholten Fachabitur studierte sie vier Jahre lang neben der Arbeit Maschinenbau. Im Herbst 2017 schloss Selina Eggers ihr Bachelor-Studium ab, im Oktober begann sie ihren neuen Karriereabschnitt als Konstrukteurin bei Herkules.

Was würden Sie Auszubildenden empfehlen, die neben der Arbeit studieren wollen?

Ziel anvisieren und durchziehen. Man muss sich bewusst sein, dass es eine anstrengende Zeit wird und benötigt Unterstützung von der Familie, den Freunden und den Kollegen. Aber vor allem: hinfallen, aufstehen, Krone richten und weiter geht’s…

Ein duales Studium ist nicht einfach. Vor allem, wenn man Hobbies hat und auch seine Freunde und Familie nicht vernachlässigen möchte. Das Wichtigste dabei sind eine gute Planung und gute Nerven – und man muss mit wenig Ruhe und Schlaf auskommen können. Es waren wirklich stressige Jahre. Ich bin froh, dass alle in meinem Umfeld Verständnis dafür zeigten.

Dann erst einmal herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Bachelor-Abschluss! Davor haben Sie als technische Zeichnerin gearbeitet, nun sind Sie die jüngste Konstrukteurin bei Herkules. Wie sieht Ihr neuer Arbeitstag aus?

Sehr spannend! Im Moment lerne ich den Fachbereich Walzentexturiermaschinen kennen und unterstütze die verantwortlichen Konstrukteure. Ich konstruiere Baugruppen, erstelle Einzelteilzeichnungen, Stücklisten und 3D-Modelle – auch vollständiger Maschinen. Ich arbeite auch eng mit dem Betrieb zusammen. Entstehen dort Fragen oder Verbesserungsvorschläge, nehme ich diese auf und setze sie um. Wie bei jeder Neuentwicklung tauchen immer wieder Probleme auf, die wir gemeinsam lösen müssen.

Was macht an Ihrem Beruf am meisten Spaß?

Ich lerne gerne Neues und wende mein Wissen dann direkt an. Die enge Zusammenarbeit zwischen dem technischen Büro und der Fertigung ist bei jedem Projekt sehr wichtig; so sieht man jede Herausforderung von beiden Seiten. Ich höre gerne den Erklärungen der Kollegen aus den unterschiedlichen Bereichen zu und diskutiere mit ihnen über neue Ideen.

Viele ehrgeizige junge Fachkräfte sehen sich eher in einem Großkonzern als bei einem Mittelständler. Was ist Ihre Meinung dazu?

Ich habe mich wohlüberlegt bei einem mittelständischen Unternehmen beworben. Hier habe ich alle Möglichkeiten und die Unterstützung bekommen, die ich brauchte. Herkules ist zwar ein weltweit erfolgreiches Unternehmen, hat aber trotzdem einen familiären Zusammenhalt. Das ist nicht überall so, besonders in großen Konzernen. Die Bauteile, Baugruppen oder Maschinen, die wir konstruieren, kann ich mir später im Betrieb selbst anschauen. Ich finde es toll, das Ergebnis unserer harten Arbeit sehen und anfassen zu können.

Bild: Selina Eggers (26), jüngste Konstrukteurin bei Herkules: „Die Maschinen, die wir konstruieren, kann ich mir später im Betrieb anschauen und anfassen.“


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