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Next Gen Conference: Generation Z trifft auf CEOs

Next Gen Conference: Generation Z trifft auf CEOs

Offenes Miteinander als Kernpunkt

„Wer GenZ nicht kapiert, der verliert!“ Unter diesem gewollt provokanten Titel haben am Freitag, 16. September, Schüler und Abiturienten aus Südwestfalen mit Vertretern heimischer Firmen diskutiert. Im Rahmen der Next Gen Conference, die in den Sauerland-Pyramiden in Meggen stattfand, galt es, gemeinsam herauszufinden: Was wünschen sich junge Menschen – und wodurch können sie nach dem Abschluss im ländlichen Südwestfalen gehalten werden?

Als Auftaktveranstaltung für mögliche weitere Projekte war es das Ziel der Next Gen Conference Generationen zusammenbringen sowie Austausch und Verständnis untereinander und füreinander fördern. Und zu erfahren: Was muss anders werden, damit es junge Leute nicht in die Stadt zieht, sondern sie ihre Arbeitskraft hier einsetzen?

Teilnehmer der Diskussionsrunde waren neben den Abiturienten Emily Leitgeb und Jannes Trosien vom Anne-Frank-Gymnasium Halver sowie der Schülerin Marie Valperz vom St.-Franziskus-Gymnasium Olpe u.a. Jugendforscher Simon Schnetzer, Dr. Hanni Koch (Geschäftsführerin VIA Consult) sowie Paul von Preußen, Geschäftsführer digital8.ai. Unter der Moderation von Wirtschaftsjournalistin Eva Schmidt begab sich die Runde auf Spurensuche: Was sind die Stärken, was die Schwächen des ländlichen Raumes?

Eine Schwäche, so eröffnete Eva Schmidt das Thema, sei eindeutig der Altersdurchschnitt, der weit über dem Bundesdurchschnitt liege: Junge Leute wandern nach dem Schulabschluss ab, sehen ihre Zukunft eher in einer Großstadt mit mehr Möglichkeiten der Freizeitgestaltung als auf dem Land.

Ganz klar: Freizeitangebote fehlen

Verständlich, betonte GenZ-Vertreterin Emily Leitgeb: „Es gibt keine Freizeitangebote, die junge Leute hier halten würden.“ Als Beispiele nannte sie Konzerte oder eine Shopping-Mall: Die seien alle weit entfernt und durch die schlechte Infrastruktur kaum zu erreichen. Jannes Trosien stimmte zu: „Verkehrstechnisch kommen wir nicht ansatzweise an eine Großstadt heran.“

Ein Kernproblem der Situation sieht Dr. Hanni Koch indes in der Kommunikation zwischen Arbeitgebern und -nehmern, zwischen den Generationen im Allgemeinen: „Es herrscht ein Spannungsverhältnis. Dieser Konflikt lässt sich nur auflösen, wenn man sich gegenseitig versteht.“ Dem schloss sich Paul von Preußen an: Ein gemeinsames Verständnis zu schaffen sei der Kernpunkt des Problems.

Verständnis zwischen den Generationen fördern

Verständnis und, so hieß es aus der Runde, Beziehungen: Nur, wenn ich eine Beziehung zu einem Unternehmen habe, wenn ich das Unternehmen und seine Handlungsweise verstehe, identifiziere ich mich als junger Mensch auch mit dem Betrieb. Und genau das wünschen sich die CEOs, wie einige der anwesenden Geschäftsführer heimischer Unternehmen in ihren Wortmeldungen betonten.

„Wir müssen den Dialog zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufrechterhalten“, hieß es. Vor allem der Blick auf nicht besetzte Ausbildungsstellen bereitet den CEOs Bauchschmerzen: Es könne doch nicht sein, dass jeder das Abitur und ein Studium anstrebe, etliche Ausbildungsstellen hingegen unbesetzt blieben.

Woraufhin sich die Frage eröffnete: Wo informieren sich die jungen Leute über Ausbildungsberufe und ihre Zukunftschancen – auf TikTok? Instagram? Ausschließlich über die sozialen Kanäle? „Oder wie kommen wir an die jungen Menschen heran, wo sollen wir inserieren, damit wir junge Leute finden, die Bock auf eine Ausbildung haben?“, fragte ein Geschäftsführer. Die Antwort von Abiturient Jannes Trosien war eindeutig: „Die Generation Z ist nicht nur digital unterwegs. Sie muss auch in den Schulen abgeholt werden, Betriebe müssen mehr mit den Schulen kooperieren.“ Für Schüler sei die Ansprechbarkeit von Ausbildungsunternehmen von großer Bedeutung, um zu erfahren, wie der Weg in den Beruf gelingen kann und welche Möglichkeiten es gibt.

Und zusätzlich, so wünschte sich Schülerin Marie Valperz, sollen Firmen die sozialen Kanäle für „ansprechende Werbung“ nutzen. Alles in allem: Aufeinander zugehen, miteinander reden, Offenheit auf beiden Seiten – das sind die zentralen Elemente für ein gemeinsames Gestalten der Zukunft.

Ein Beitrag von LokalPlus



23.09.2022 Alle Blogs Nach Oben